Feierst du Valentinstag mit deinem Englisch?

Februar 16, 2022

So, what have you been doing for Valentine's Day?

Na, was ist deine intuitive Reaktion auf diese Frage? Kapitalistischer Müll, pseudo-romantische Druckmache, oder endlich mal was Schönes fürs Herz und ein Grund, liebevolle Nachrichten zu schreiben?

Ich bin eher Team "I don't give a f***", andererseits macht mich schon alleine die Tatsache neugierig, dass so viele Menschen so starke Meinungen dazu haben.

Klar, die Frage nach dem Valentinstag ist problematisch. Denn dabei werden gleich alle möglichen anderen Sachen mit gefragt:

  • Bist du in einer Partnerschaft?
  • Gehts euch gut?
  • Wie tickt ihr so?
  • Oder bist du alleine, ups, sorry, dass ich gefragt habe.
  • Ach, wie süß, du hast Valentine-Buddies?

Wer sich sowieso schon einsam fühlt, wird da ganz schön gebeutelt. Auch Paare fühlen den Druck: Sind wir genauso glücklich wie die anderen da draußen? Ist die Herzchenkarte ernst gemeint? Nee, also jetzt werde ich erst recht nicht die romantische Geste auspacken! Auch Psychologen sagen: Der Valentinstag ist nicht mal für Beziehungen super. So, have you been doing anything for Valentine's Day? Yes, we broke up, thank you for not asking. Das wäre keine ideale Small Talk Situation.

Tja, und dann gibt es Menschen, die sich ganz unzynisch freuen, weil Valentinstag ist, und weil sie am Valentinstag nicht nur romantische Beziehungen, sondern auch andere "significant people" in ihrem Leben feiern. Am Valentinstag darf man auch der besten Freundin eine richtig kitschige Karte schicken und sagen: "I love you."

Warum sagen wir das nicht eigentlich viel öfter, auch zu den Menschen, die uns nicht zehn Monate im Jahr jeden Abend eine Wärmflasche machen (oder uns sonst wie zeigen, wie wichtig wir ihnen sind)?

Unter all den zynischen, nicht so zynischen, lustigen, nicht so lustigen und oft Pandemie-bezogenen "opinion pieces" zum Valentinstag hat mich dieses Mal ein Artikel von Natasha May im Guardian berührt. Da geht es um Verlust und Liebe und Trauer und ums Alleinsein, und darum, wie viel Liebe wir auch in Beziehungen zu Menschen finden, mit denen wir keine "Beziehung" führen. Natasha May nennt das: "diversifying your love portfolio".

Warum erzähle ich dir das alles, und was hat es mit Englisch zu tun?

Weil Sprachenlernen auch Beziehungspflege ist.

Wir verlieben uns in eine Sprache, machen Phasen durch, in denen alles super läuft - und dann kommen der Alltag, die Langeweile, Stress und komplexe Verben. Oder die Beziehung macht gerade einen "rough patch" durch, es ruckelt. Vielleicht ist es auch eine reine Zweckbeziehung, und du fühlst eh eher wenig Zuneigung für dein Englisch.

Hier sind also "Not just for Valentine's Day"-Tipps für dich und dein Englisch:

Sag deinem Englisch, wie gern du es hast.

Schreib einen Liebesbrief. Oder einen Freundschaftsbrief. Sag Danke für alles, was dein Englisch dir im Leben ermöglicht. Oder gestehe deinem Englisch, was du dir von ihm wünschst.

Ich lade Menschen immer wieder gern dazu ein, ihrem Englisch Briefe und Postkarten zu schreiben. Dieses Gedankenexperiment bringt manchmal ganz überraschende Ideen und Einsichten: wie gehts denn deiner Beziehung zu deinem Englisch? Habt ihr euch auseinandergelebt? Hast du das Gefühl, dass deine Sehnsucht nach Harmonie nicht erfüllt wird? Oder merkst du, dass du eigentlich selbst dein Englisch ständig klein machst und ihm mehr Liebe schenken solltest?

Hier sind einige Satzanfänge, die du benutzen kannst:

“I really like you because …”

“I want to hear you because …”

”I look forward to …”

Kleiner Tipp:

Behalte deine Postkarte oder deinen Brief. Schau in einigen Wochen oder Monaten noch mal darauf. Valentinstagskarten sind not just for Valentine's Day.

Geht auf ein Date

Mach doch mal was Schönes mit deinem Englisch. Kocht was zusammen. Schaut einen Film. Macht einen "Treasure Hunt". Geht spazieren und erzählt euch was.

Okay, das klingt jetzt vielleicht etwas seltsam, aber wie in jeder Beziehung sollte nicht alles nur "work and no play" sein. Machst du dir Druck mit deinem Englisch? Dann mach doch mal was Schönes, einfach so und ohne zu überlegen, ob es jetzt "gut" läuft oder ob du Fehler machst oder ob du damit irgendwie im Leben vorankommst. Mach was Kreatives, lies ein Buch, hör Musik.

Anregungen gibts hier: 

Unternehmt was mit Freunden

Sprichst du mit Freunden und Familie über deine "Englisch-Beziehung"? Finden sie es normal, dass du dein Englisch verbessern willst? Freuen sie sich mit dir? Oder machen sie sich darüber lustig?

Umgib dich mit Menschen, die dich und deine Englisch-Ziele unterstützen. Wer tut dir so richtig gut? Wer feuert dich an? Wer steht dir zur Seite, hat vielleicht sogar Lust, gemeinsam mit dir in einen Konversationskurs zu gehen, englische Spiele zu spielen, Filme zu schauen, Bücher zu lesen oder sonst mal was quasi "zu Dritt" zu unternehmen?

Gerade, wenn du ganz neu motiviert bist oder "das mit dem Englisch" eher wackelig für dich ist, brauchst du Freunde, die euch auch zusammen zum Spieleabend einladen.

In diesem Sinne: Happy not-just-Valentines-Day, und viel Freude mit deinem "love portfolio".

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  • Mein Englisch ist die Erwachsenengeheimsprache mit meiner Frau, wenn der Zwerg uns nicht verstehen soll. Bald kommt er in die Schule, und ab der Dritten hat er Englisch. Mal sehen, in welche Sprache wir uns dann verlieben müssen… 😉

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