Über mich

In Kürze

Seit zehn Jahren unterrichte ich Deutsch und Englisch an Universitäten, Schulen und in der Erwachsenenbildung.

  • Master of European Modernisms, University of Birmingham
  • Promotion, University of Birmingham
  • Teaching Fellow an den Universitäten in Birmingham und Hull
  • Associate Fellow, Higher Education Academy
  • Lehrerausbildung an der University of Bedfordshire
  • Sprachlehrerin, Hymers College, Hull
  • Seit 2015 tätig in der Erwachsenenbildung

Das fiktive Interview:
„Frau Jardine, erzählen Sie uns doch etwas über sich…”

„Wollen Sie schon immer Lehrerin werden?” – „Eher nicht.”

Eigentlich war es ein glücklicher Zufall, der mich während der Promotion in den Unterricht führte: Die Arbeit mit jüngeren Semestern gehörte an meiner Universität einfach dazu. So entdeckte ich quasi nebenbei meine Leidenschaft für die Lehre und unterrichtete auch nach meiner Promotion weiterhin als Teaching Fellow deutsche Sprache, Literatur und Kultur.

„Welche Altersgruppe unterrichten Sie gerne?” „Egal.”

Den eigentlichen Schritt in die Lehre machte ich mit der Ausbildung als Lehrerin für die britische Sekundarstufe. Am Hymers College in Yorkshire unterrichtete ich junge Menschen im Alter von 11 bis 18 Jahren, bis mein Mann und ich 2015 nach Deutschland zogen. Seitdem bin ich in der Erwachsenenbildung tätig.

Mittlerweile habe ich mit Lernenden im Alter von 10 bis 60 gearbeitet, die ihre eigenen Ideen, Ziele, Sorgen und Erfahrungen mit in den Unterricht bringen.

„Ob Ingenieur, Sales Consultant, StudentIn oder AbiturientIn: alle Lerner haben ihre eigenen Ziele.”

Meine Arbeit besteht darin, sie dabei zu unterstützen, ihre Ziele zu erkennen und sie mit effizienten und für sie passenden Strategien auszustatten.

„Was bedeutet es für Sie, zweisprachig zu leben?” „Das Leben in zwei Sprachen macht einfach Freude. Man darf das gerne kulturelle Kompetenz nennen.”

Ich habe Englisch zunächst als Fremdsprache gelernt, dann aber 14 Jahre lang in England gelebt und dort als Deutschlehrerin gearbeitet. So spreche ich auf muttersprachlichem Niveau, weiß aber auch um die Prozesse, Chancen und Fallstricke für deutsche Muttersprachler, die Englisch als Fremdsprache lernen.

„Was meinen Sie mit Fallstricken?”

Jeder Sprachenlerner kennt sie, beginnend mit dem Handy, das ja auf Englisch ein mobile phone ist, und nur in der Benutzung handy ist, also praktisch. Warum aber die Englischsprecher verwirrt schauen, also confused, wenn wir sagen, dass wir irritable sind, irritiert uns total. Wer irritable ist, hat nämlich schlechte Laune, und über die spricht man doch eigentlich gar nicht. Es ist kein Klischee, dass die Briten die Frage ”Wie gehts” oft mit ”Wie gehts” beantworten. Warum? Weil sie nicht erwarten, dass wir uns gerade wirklich für ihr Wohlbefinden interessieren. Und das ganz ohne böse Hintergedanken.

„Es gibt aber auch Hilfen beim Englischlernen?”

Klar, die gibt es natürlich auch. Im Training arbeiten wir bewusst mit dem bestehenden Sprachenwissen und erstellen Verknüpfungen wenn möglich.

„Wer Verbindungen zwischen Sprachen kennt, lernt schneller.”

Wer seine Meetings cancelt und neue Ideen erstmal socializen will, kennt das sowieso, und wer die Wörter “house”, “mouse” und “louse” mit dem verschwommenen Blick betrachtet, die man für 3D Bilder benutzt, ist auch nicht weit von der Lösung entfernt. Und sogar die fiese Grammatik ist manchmal gar nicht so gemein. Wie war das nochmal in der Schule? Drink, drank, drunk? Ach, und wie ist das im Deutschen? Trinken, trank…. Ach nee. Man darf sich auch über kleine Gnaden freuen.

„Also: Sind Sie Englischlehrerin oder Deutschlehrerin?”

Sowohl als auch. Mehrsprachige Sprachlehrer wissen, wie eine Sprache aufgebaut ist, wie ihre Regeln funktionieren, und wie man diese Regeln vermittelt. Es geht aber oft auch darum, das Lernen an sich als angenehme Erfahrung zu gestalten und Strategien für eigenständige Weiterbildung zu vermitteln.

„Man muss also das Lernen lernen?”

Als Lehrerin war ich anfangs überrascht, wenn meine „Kleinen“ nicht wussten, dass sie sich die Hausaufgaben aufschreiben sollten. Warum wissen die das nicht, das ist doch normal? Ja, eben nicht. Lernen muss man lernen. Und man vergisst es auch schnell, wenn man es nicht übt.

„Erwachsenen fällt das Lernen also nicht immer leicht?”

Es ist ja keine Neuigkeit mehr, dass die moderne Arbeitswelt ständige Weiterbildung fordert.

„Sprachfähigkeiten zählen mittlerweile zur Standardausstattung in unserem beruflichen Werkzeugkasten.”

Allerdings lohnt es sich auch unabhängig davon, gute Lerngewohnheiten aufrechtzuerhalten. Wer Lernen zur Gewohnheit macht, bleibt mental agil, neugierig und übt sich darin, auch mit Herausforderungen halbwegs gelassen umzugehen.

Um selbst in Übung zu bleiben, mache ich zur Zeit eine Ausbildung als Journalistin. Natürlich bildet man sich fachlich immer weiter, aber ich wollte auch etwas Neues lernen, das eher indirekt mit meiner Arbeit zu tun hat. Auch beim Schreiben geht es darum, Inhalte zu vermitteln. Außerdem stehen Soziale Medien, Marketing, PR und Krisenkommunikation auf dem Lehrplan – und mit diesen Themen setzen sich viele meiner SchülerInnen auseinander.

„Lehrende, die lernen, sind empathischere Lehrer.”