Über mich

In Kürze

Seit zehn Jahren unterrichte ich Deutsch und Englisch an Universitäten, Schulen und in der Erwachsenenbildung.

  • Master of European Modernisms, University of Birmingham
  • Promotion, University of Birmingham
  • Teaching Fellow, University of Birmingham
  • Lecturer, University of Hull
  • Associate Fellow, Higher Education Academy
  • PGCE, Sprachlehrerin an Schulen in Bedfordshire und Yorkshire, GB
  • seit 2017: Erwachsenenbildung, Münster

Ich arbeite schon lange mit Sprache. Und mit ganz unterschiedlichen Menschen. Außerdem bin ich total neugierig. Deshalb habe ich schon für eine Zeitung geschrieben, in einer wissenschaftlichen Bibliothek Datenbanken gepflegt, in einer kleinen Bücherei Kinderbücher vorgelesen, an der Uni Literaturwissenschaften unterrichtet, an Schulen und in Firmen Sprachunterricht gegeben. Als "Language Pig" arbeite ich jetzt mit allen möglichen Menschen mit allen möglichen Berufen, Hintergründen und Zielen.

Das fiktive Interview: 
Frau Jardine, erzählen Sie uns doch etwas über sich...

Wollten Sie schon immer Lehrerin werden?

Eher nicht. Eigentlich habe ich meinen Beruf einem glücklichen Zufall zu verdanken. In England gehört es zur Promotion, auch jüngere Semester zu unterrichten. Meine Leidenschaft für die Lehre habe ich also eher nebenbei entdeckt. Sie hat mich dann aber nicht mehr losgelassen.

Welche Altersgruppe unterrichten Sie?

Eigentlich alle. Und alle gerne. Ich hatte viel Freude daran, Studenten die deutsche Sprache und Literatur nahezubringen, aber dann habe ich mich doch entschlossen, die Lehrerausbildung für die britische Sekundarstufe zu machen. Da waren meine Schüler zwischen 11 und 18 Jahren. Das Tolle an dieser Arbeit war, dass man bei den Abiturienten fast wie an der Uni arbeitet, während man mit den "Kleinen" viel spielt. Da wurde in meiner Klasse manchmal morgens Max Frisch analysiert, und nachmittags der Alphabet-Rap gesungen. 

2017 sind mein Mann und ich nach Deutschland gezogen, danach habe ich erst in der Erwachsenenbildung gearbeitet. Mittlerweile sind meine Schüler zwischen 10 und 60, sie gehen in die Schule oder in die Uni, arbeiten als Ingenieure, in der Logistik, als Geisteswissenschaftler oder Sales Consultants. Alle bringen eigene Ziele, Ideen, Sorgen und Erfahrungen mit in den Unterricht - und das ist besonders spannend.

Was bedeutet es für Sie, zweisprachig zu leben?

Enter your text herDas ist ein wirkliches Geschenk. Leben in zwei Sprachen macht einfach Freude. Man darf das kulturelle Kompetenz nennen, aber in der Praxis ist es einfach eine Lebensbereicherung. Ich habe Englisch erst als Fremdsprache gelernt, dann aber 14 Jahre lang in Großbritannien gelebt und dort als Deutschlehrerin gearbeitet. So spreche ich Englisch auf muttersprachlichem Niveau, kenne aber auch den Weg dahin, die Strategien, die helfen, und die Fallstricke auf dem Weg.

Was meinen Sie mit Fallstricken?

Ach, so einige kennt ja jeder. Das beginnt mit dem Handy, das ja auf Englisch ein mobile phone ist, und nur in der Benutzung handy, also praktisch. Warum aber die Englischsprecher verwirrt schauen, also confused, wenn wir sagen, dass wir irritable sind, irritiert uns total. Schauen Sie gerne mal in meinem Blog vorbei, da habe ich über Kognate und falsche Freunde geschrieben.

Es gibt aber auch Hilfen beim Englischlernen?

Klar, die gibt es natürlich auch. Im Training arbeiten wir bewusst mit dem bestehenden Sprachenwissen und erstellen Verknüpfungen wo möglich. Wer seine Meetings cancel und neue Ideen erstmal socialisen will, kennt das sowieso, und wer das Wort "mouse" nur hört und nicht sieht, weiß auch, was das ist. 

Das sind jetzt eher offensichtliche Beispiele, aber auch sonst baut man im Unterricht eigentlich immer auf bestehendem Wissen auf - ob das jetzt schon Englischkenntnisse sind, Fachvokabular oder auch Interesse an Themen, die einen Einstieg ermöglichen. Und dieser Prozess funktioniert einfach besser, wenn man jemanden an seiner Seite hat. Völlig alleine zu lernen, klappt oft nicht und frustriert die meisten Lerner. 

Also: Sind Sie Englischlehrerin oder Deutschlehrerin?

Sowohl als auch. Mehrsprachige Sprachlehrer wissen, wie eine Sprache aufgebaut ist, wie ihre Regeln funktionieren, und wie man diese Regeln vermittelt. Es geht aber oft auch darum, das Lernen an sich als angenehme Erfahrung zu gestalten und Strategien für eigenständige Weiterbildung zu vermitteln.

Man muss also das Lernen lernen?

Ja, schon. Als Lehrerin war ich anfangs oft überrascht, wenn meine "Kleinen" nicht wussten, dass sie sich die Hausaufgaben aufschreiben sollten. Warum wissen die das nicht, das ist doch total klar! Ja, eben nicht. Lernen muss man auch lernen, und man kommt auch schnell aus der Übung.

Erwachsenen fällt das Lernen also nicht immer leicht?

Es ist ja keine Neuigkeit mehr, dass die moderne Arbeitswelt ständige Weiterbildung fordert, und Sprachfähigkeiten gehören mittlerweile zur Standardausstattung in unserem beruflichen Werkzeugkasten. Das heißt aber nicht, dass jeder Englisch kann, oder leicht Englisch lernt. Die Anforderungen sind ganz anders als in der Schule, und man schnappt eine Fremdsprache eben auch nicht einfach mal so "nebenbei" auf. Egal, was da manchmal behauptet wird - nebenbei eine Sprache lernen können nur wenige. 

Unabhängig davon lohnt es sich aber sowieso, gute Lerngewohnheiten aufrechtzuerhalten. Wer Lernen zur Gewohnheit macht, bleibt mental agil, neugierig und übt sich darin, auch mit Herausforderungen halbwegs gelassen umzugehen.

Um selbst in Übung zu bleiben, mache ich zur Zeit eine Ausbildung als Journalistin. Natürlich bildet man sich fachlich immer weiter, aber ich wollte auch etwas Neues lernen, das eher indirekt mit meiner Arbeit zu tun hat. Auch beim Schreiben geht es darum, Inhalte zu vermitteln. Außerdem stehen Soziale Medien, Marketing, PR und Krisenkommunikation auf dem Lehrplan - und mit diesen Themen setzen sich viele meiner SchülerInnen auch auseinander.

Lehrende, die lernen, sind empathischere Lehrer.

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