November 23

Interview: Wie baue ich gute Business-Beziehungen auf?

Heute gibt es ein Interview auf The Language Pig. Ich habe mir nämlich vor einiger Zeit einen Gast eingeladen. Der Hintergrund: Ihr fragt mich manchmal: "Wie kann ich gute Geschäftsbeziehungen auf Englisch aufbauen?" - und damit meint ihr nicht: "Wie halte ich einen guten Vortrag?" Oder "wie gebe ich eine gute Präsentation?" Und auch nicht "wie verhalte ich mich in einem Meeting?"


Wenn es um fachliche Themen geht, kennt ihr euch meistens gut aus. Problematisch wird es eher bei spontanen Gesprächen: beim Netzwerken, beim Kaffee, wenn ihr mit englischsprachigen Kollegen was trinken geht nach dem Meeting, beim Small Talk am Konferenz-Buffet - also immer dann, wenn ihr eigentlich nur gute Business-Beziehungen aufbauen wollt.

Ich dachte mir also: Warum nicht einen Gast einladen, der genau das ständig macht? Alexander Reinhold hat als Management Consultant  schon in vielen Ländern gearbeitet und gelebt und baut dabei natürlich immer wieder neue Kontakte auf. Im Interview sprechen wir über seine Erfahrungen und Tipps.

Wie kommst du in geschäftlichen Beziehungen gut rüber, ohne dich als Mensch zu verstellen?

  • Wie bereitet man sich auf soziale Situationen im Beruf vor?
  • Wie bekommt man es hin, dass Small Talk irgendwann ganz leicht wirkt? (Spoiler: alles, was leicht wirkt, fordert Einsatz)
  • Wie geht man authentisch mit Schwächen um?
  • Warum lohnt es sich, die Sinnfrage zu stellen, wenn man am Konferenz-Buffet steht?

Das komplette Gespräch siehst du im Video, hier gibt es einen kleinen Auszug.

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Auszug aus dem Gespräch

Stellst du dich kurz vor?

Ich bin Alexander Reinhold, wohne seit ein paar Monaten in Dänemark, und arbeite für Maersk Management Consulting. Ich habe hier verschiedene Projekte, die meistens auf Englisch und manchmal in der Kaffeepause auf Dänisch geführt werden.

Gute Beziehungen aufbauen in einer neuen Fremdsprache - wie geht das?

Also du kommst hier auch mit Englisch einfach durch. Die meisten Leute sprechen Englisch. Trotzdem, wenn du Dänisch sprichst, also wenn du die Landessprache sprichst, dann kommst du anders an. Und diese Fähigkeit - auch wenn es nur Kleinigkeiten sind - mal zwei, drei Sätze zu sagen, hilft immens: Wie gehts, wie war das Wochenende, irgendwie so was. Du bist ja sowieso erst mal ein Ausländer und wirst anders wahrgenommen. Wenn du ein Ausländer bist, der sich Mühe gibt, kommst du immer an.

Auch in der jetzigen Zeit: Du wirst ja viel online machen, du wirst über Video connecten. Du brauchst diese 2-3 Minuten, um warm zu werden. Das ist einfach wichtig. Und ich glaube, sich da zwei, drei Fragen zurechtgelegt zu haben hilft - zwei, drei Stories, damit man auch nicht irgendwie ins Stottern kommt. Es ist ja dann doch wieder nur eine begrenzte Zeit.

Das klingt nach viel Vorbereitung. "Einfach machen" reicht also nicht?

Also am Ende ist "einfach nur machen" das Einzige, was funktioniert. Ich glaube, du kannst die Energie einfach besser konzentrieren, wenn du sagst "wofür mache ich es eigentlich und für wen mache ich es eigentlich". Das klingt immer so einfach, aber oft machen wir es ja doch nicht.

Fremdsprachen lernen "on the job" - wie gehst du damit um, dass man da verletzlich ist? 

Ich glaube das Wichtigste ist: Man muss authentisch damit umgehen. Ich habe den Leuten hier gesagt: "Ich spreche vor 9 Uhr Dänisch" - und ich weiß, ich mache mich damit verletzlich. Das ist okay, weil ich damit sehr offen umgehe. Auch das Berufliche ist ein Übungsraum, weil: Das ist für mich eine Investition in die gemeinsame Zukunft.

Menschen, die in Deutschland leben, können solche Beziehungen ja nicht langsam aufbauen. Wie geht das im Meeting oder auf einer Konferenz?

Du musst diese Dinge für dich nutzen. Ich glaube, was du nicht machen solltest, ist, dich unterbewusst zu verstecken. Also, man muss sich bewusst sein, dass man diese Angst hat, und die hat jeder. Du darfst diese Angst eben nicht akzeptieren als etwas, das dich zurückhält von dem, was du eigentlich machen willst.

Es geht darum, Inhalt voranzubringen, und je mehr ich Leute einbinden kann, desto besser werde ich natürlich damit und desto erfolgreicher bin ich damit, Leute zu überzeugen. Aber als Allererstes muss ich anerkennen, dass ich eine gewisse Schwäche habe: Ist die Schwäche jetzt realistischerweise so groß, wie ich glaube, oder mache ich sie mir selber zu groß?

Man muss sehen: Wo bin ich? Und wo will ich hin?

Wenn du wissen möchtest...

  • warum wir das Gespräch auf Deutsch führen
  • warum "Hello magazine" eine super Lernressource sein kann
  • warum Schweißflecken nicht immer schlimm sind
  • warum gute Beziehungen Einstellungssage sind
  • ob du im Meeting sagen solltest, "sorry, my English is not great"

Schau das Video!

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